Handlungsort/ Setting: die Schweiz
Projizierter Ort/ Projected place: Bukarest
Route: Osten – Westen
Handlungszeit/ Time of action: Ende der 1990er Jahre
Marker: Afrika
der Zirkus
“Hier ist jedes Land im Ausland. Der Zirkus ist immer im Ausland. Aber im Wohnwagen ist das Zuhause. Ich öffne die Tür vom Wohnwagen so wenig wie möglich, damit das Zuhause nicht verdampft.” (S. 10)
“Das Abbauen des Zirkuszeltes ist überall gleich, wie ein großes Begräbnis, immer in der Nacht, nach der letzten Vorstellung in einer Stadt. (…) Wohnwagen und Käfige werden mit Blinklicht wie ein Trauerzug zum Bahnhof gefahren und auf den Zug verladen.“ (S. 33)
Rumänien (explizit)
„Mein Land kenne ich nur vom Riechen. Es riecht wie das Essen meiner Mutter. Mein Vater sagt, an den Geruch seines Landes erinnert man sich überall, man erkennt ihn aber nur, wenn man weit weg ist.“ (S. 10)
“Das Schlangenstehen ist zu Hause ein Beruf“ (S. 12)
„faule Zähne“ (S. 13)
“In Rumänien werden die Kinder alt geboren, weil sie schon im Bauch der Mutter arm sind und sich die Sorgen der Eltern anhören müssen.“ (S. 34)
“Der Diktator hat Rumänien mit Stacheldraht umzingelt“ (S. 35)
“Meine Familie zu Hause kann nicht einmal Wasser kochen, weil sie weder Wasser noch Gas hat (…) Aber alle meine Cousinen haben viele Kinder (…) Wir schicken ihnen regelmäßig Kaffee und Seidenstrümpfe. Aber sie wollen immer Dollar. Alle glauben, wir sind sehr reich. Haben die eine Ahnung! Als ob das so einfach wäre!“ (65)
Ausland
“Das Essen meiner Mutter riecht zwar auf der ganzen Welt gleich, es schmeckt aber im Ausland anders, wegen der Sehnsucht.“ (S. 12)
“im Ausland dürfen wir gläubig sein (…) zu Hause dürfen die Kinder weder beten, noch Gott zeichnen” (S. 37)
„ich denke nur daran, dass ich wieder zurückwill” (S. 52)
„Deine Eltern glaubten, dass hier das Glück auf der Straße liegt!“ (S. 124)
„gute Zähne“ (S. 13)
“Im Ausland kann man sich das Warten ersparen. Hier braucht man fürs Einkaufen keine Zeit, nur Geld.“ (S. 12)
“Alleine auf die Straße darf ich nicht, und wenn ich ginge, würde ich mich verlaufen. Ich kann mir nicht merken, wo die Häuser stehen und wie die Straßen heißen, dauernd habe ich das Gefühl, daß sie auf- und abgebaut werden.“ (S. 136)
Hotel im Ausland
„wie feuchte Löcher voller Ungeziefer“ (S. 19)
„ (manchmal) Luxushotels mit Kühlschrank im Zimmer und Fernsehen“ (S. 18)
Wohnwagen
“so klein, daß wir fast nicht aneinander vorbeikommen.“ (S. 18)
„Ich darf den Wohnwagen nicht alleine verlassen“ (S. 28)
“Die Fahrt im Auto dauerte mehrere Jahre. Ich wollte mir den Weg merken, um zurückkehren zu können. Aber je mehr ich mich anstrengte, desto ähnlicher wurde alles, als hätte jemand die Landschaft aufgeräumt.(…) Ein großes Haus, umgeben von Bergen. Kaum stiegen wir aus, wußte ich nicht mehr, aus welcher Richtung wir gekommen waren. Die Straße, auf der wir gefahren waren, war verschwunden.“ (S. 81)
“Ich bin es gewohnt, mich überall so einzurichten, daß ich mich wohlfühle. Dazu muß ich nur mein blaues Tuch auf meinen Stuhl legen. Das ist das Meer. Neben dem Bett habe ich immer das Meer.“ (S. 18)
das Internat
“ein großes Haus, umgeben von Bergen. (…) Die Frau führte uns in ein Zimmer mit vier Holzbetten. Die Kissen und Decken auf den Betten sahen auch aus wie Schnee.“ (S. 81)
„Alles war ordentlich und aufgeräumt, es roch nach Desinfektionsmittel (…) Im Aufenthaltsraum werden die Hg. gemacht.“ (S. 82)
Afrika
“Obwohl Afrika im Ausland ist, gibt es dort genauso arme Leute wie in Rumänien.“ (S. 48)
“Die Armen mußten für uns den Zug und die Toiletten putzen, Wasser nachfüllen und den Zirkus auf- und abbauen.“ (S. 49)
Friedhof
Mit meiner Tante gehen wir „in den fremden Städten mit ihrem Liebhaber zum Friedhof und schauen uns Tote an.“ (S. 60)
Varieté im Ausland
“Fast jede Woche treten wir auf einem anderen Jahrmarkt auf, in einem großen Zelt. Manchmals auch in alten Kinos, in Spelunken, wo wir auf Tischen tanzen, in Ruinen mit eingestürztem Dach. Einmal hat es sogar während der Vorstellung auf die Bühne geregnet. In den großen Städten sind die Theater schön und geheizt, und es gibt sogar eine Toilette.“ (S. 145)