Handlungsort/ Setting: Berlin
Projizierter Ort/ Projected place: Săvârșin und Lipova, Arad
Route: Osten – Westen
Handlungszeit/ Time of action: 1990er Jahre
Marker: Frankreich, Sowjetische Republik Moldawien, Oltenia, Bocșa, Russland
Siedlung der PCR: “Es war das erste Etagenhaus in unserem Städtchen. Ein fortschrittlicher Bau mit fließendem Wasser und WC, für die fortschrittlichste Schicht des Landes. Und wir gehörten dazu. Im PCR-Block waren alle erwachsenen Mitbewohner aktiv für das Wohlergehen des Landes tätig.” (Vaterflucht 1998, S. 8)
“das erste Etagenhaus an der Marosch” (Vaterflucht 1998, S. 15)
“Kurz nach der Modernisierung unseres Hauses wurde nebenan die MFA gebaut. Eine Eine Siedlung der Armee. Zwischen uns Kindern des PCR-Blocks und denen des MFA herrschte stärkste Konkurrenz. Machtkämpfe. Kriege führten wir. Wer ist stärker, die Partei oder die Armee.” (Vaterflucht 1998, S. 15)
die Stadt: “unsere Stadt war durch die Marosch geteilt” (Vaterflucht 1998, S. 15); “Wir wohnten in einer kleinen Stadt, Wir wohnten in einer immer kleineren Stadt. Wir wohnten in einer Stadt. Ich fühlte sie in meiner Kehle. Ich spürte den Druck in der Kehle. Ich musste immer schlucken. Um nicht zu ersticken. (…) Es gab Menschen, denen ich immer wieder auf der Straße begegnete. Und ich fühlte mich bloßgestellt. Ich traf sie immer wieder. Es waren Männer. Sie trugen graue Anzüge. Sie hatten einen strengen Haarschnitt.” (Vaterflucht 1998, S. 118)
die Gegend: “Unsere Gegend gehörte früher zum Mehrvölkerstaat Kakanien. Und heute ist sie von Grenzen geprägt. Ein Gebiet, das an Ungarn grenzt. Nur wenig entfernt von Vojvodina, dem Serbischen Banat. Ein multikulturelles Gebiet mit vielen “naționalități conlocuitoare”. Eine lebendige Gegend mit gemischtem Blut.” (Vaterflucht 1998, S. 15)
Arad: “Ich besuchte ein rumänisches Gymnasium in Arad, wohnte aber auf der anderen Seite des Flusses im deutschen Internat in Neu-Arad. (Vaterflucht 1998, S. 20)”
Săvârșin: “Săvârșin, eine kleine Stadt bei Arad, wo, wie man uns in der Schule erzählte, der König mit seinem Luxuswahn einers seiner Jagdschlösser besessen hatte.” (Vaterflucht 1998, S. 20)
Großstadt: “In der Großstadt war die Hoffnung auf ein Kunststudium blitzschnell geplatzt. Genosse Lăpușcă hatte vorgesorgt. Ich wohnte inkognito im Studentenheim. Teilte Bett und Essmarken mit Hella, einer Freundin aus der Gymnasialzeit. Hella gehörte zur deutschen Mihderheit und studierte Germanistik und Anglistik.” (Vaterflucht 1998, S. 119)
“In ihrer Stadt ging sie täglich ins “Vatican”. Das war der inoffizielle Name des Cafes, denn es grenzte an die katholische Kathedrale. Die Kathedrale war eingezwängt zwischen zwei klassizistischen Gebäuden und wirkte so unauffällig, dass man ihren Eingang immer wieder übersah. Im Cafe las Großmutter ihre endlosen Romane, häkelte und trank einen Verlängerten mit einem Glas Wasser.” (Vaterflucht 1998, S. 40)