Handlungsort/ Setting: Temeswar
Projizierter Ort/ Projected place: kein
Route: keine
Handlungszeit/ Time of action: 1986
Marker: Deutschland
Temeswar
“Ort der Handlung: die Küche eines Appartements im vierten Stockwerk eines Wohnblocks; Zeit der Handlung: Ende März 1986, abends während eines Regenwetters in Temeswar, Rumänien; Personen: deine Frau und du. Du erinnerst dich, daß du deine Küche in einer Erzählung genau beschrieben hast, Quadratzentimeter um Quadratzentimeter, und daß du es jetzt nicht mehr könntest, ist eine Gewißheit.” (S. 5)
“Auf dem Weg zur Arbeit gingst du auf das Postamt, das nicht weit von deinem Arbeitsplatz lag, um den Brief mit Empfangsbestätigung aufzugeben. Als du von der Postbeamtin ein Empfangsbestätigungsschein verlangtest, schob sie ihn dir hin, ohne aufzuschauen.” (S. 8)
“Durch eine Seitengasse gelangtest du auf den Platz, den die Straßenbahnen umrundeten. Rechts stand das Militärkasino, links das Garnisonsgebäude mit dem Garnisonsgefängnis, vor dir die Pestsäule aus Sandstein. Auf den Bänken davor saßen Rentner und Mütter mit Kindern. Eine Straßenbahn fuhr vorbei.” (S. 51)
Theater – Arbeitsplatz der Hauptperson
“Im Sitzungssaal stand ein langer Tisch aus massivem Eichholz. Zu beiden Seiten des Tisches waren Stühle aufgestellt. Sie waren grün gepolstert. Alle Delegierten waren schon da: die des Rumänischen Nationaltheaters, der Rumänischen Oper, der Ungarischen Staatstheaters, der Philharmonie, des Puppentheaters.” (S. 9)
Bus
“Im Bus, auf dem Weg zum Flohmarkt, saßest du neben deinem Freund. Ihr schwiegt. In der Nacht hatte es geregnet, jetzt schien die Sonne. Heute war keine Milizkette da.” (S. 36)
Flohmarkt
“Ihr wart im Begriff eure Koffer zu packen, als ein Herr vor eurem Stand stehen blieb und in vertraulichem Ton nach Büchern fragte. Dein Freund verneinte. Es könnten auch solche in deutscher Sprache sein. Ob er denn nicht gehört habe, sagte dein Freund zum wiederholten Male. Als der Herr sich entfernt hatte, fragtest du deinen Freund nach dem Grund für seine Schroffheit. Das werde er dir draußen sagen. Ihr steuertet auf den Ausgang zu. Auf dem Flohmarkt herrschte noch Hochbetrieb.” (S. 40)
Ausreiseamt
“Guten Tag, sagtest du in der Landessprache. Nehmen Sie Platz, sagte sie. Sie nahm die Papiere entgegen. Eine der Quittungen gab sie dir zurück, die andere steckte sie an die Schreibmaschine, die Postkarte legte sie, nachdem sie die Vorder-und die Rückseite gelesen hatte.” (S. 54)
Lokal
“Treffen im vereinbarten Lokal. Festlegung der Diskussionsstrategie. Einer der Unterzeichner des Briefes hatte die Erlaubnis zu einer Auslandsreise erhalten. Das wird man als Gegenargument auftischen. Aufbruch.” (S. 63)
die Bar
“Sie war von der Straße aus direkt zu betreten. Vollbesetzt; an der hinteren Wand standen Männer mit ihren Gläsern in der Hand. Als Student warst du mit Kollegen oft hier eingekehrt. Der Mann vor dir ließ sich in einem Krug einen Viertelliter Rum servieren. Er war wahrscheinlich Stammgast. (…) Hinten in der Ecke am Fenster war noch ein Stehplatz. Du stelltest deine Gläser auf den Fenstersims und griffst nach einer Zigarette. Die Aufschrift auf der Tür an der Hinterwand: Toilette außer Betrieb.” (S. 86)