Handlungsort/ Setting: Wien

Projizierter Ort/ Projected place: Jugoslawien/Bosnien

Route: Osten – Westen

Handlungszeit/ Time of action: Ende der 1990er Jahre

Marker: Rumänien

Wien

„An Sonntagen sieht die Stadt verlassen und öde aus. (…) In den Straßen, die alle gleich ausschauen, in den leeren, schmalen Gassen nehmen seine Gedanken eine unwirkliche, raue Form an.“ (S. 33)

„In Wien sind Männer unglücklich und Frauen glücklich, oder sie leben zumindest im Glauben, glücklich zu sein“ (S. 59)

„manche fluchen und stellen fest, dass Österreich ein Scheißland ist.“ (S. 60)

„einem Mann mit gesundem Menschenverstand hat diese überaus depressive Stadt nichts zu bieten.“ (S. 61)

„Züge, die gerade ankommen, betrachtet er mit Abscheu, und er freut sich, wenn nur wenige Reisende aussteigen.“ (S. 62)

„Er würde Wien vielleicht endlich verlassen und nach Hause zurückkehren, denn in der großen Stadt kennt er niemanden, der bereit wäre, ihn aufzunehmen.“ (S. 83)

„Emil sitzt in seinem Auto und beobachtet die vorbeigehenden Menschen, die sich (…) alle ziellos bewegen: niemand (…) hinterlässt den Eindruck, als wüsster er ganz genau, welche Richtung seine Beine im nächsten Moment einschlagen werden. (…)  alles erscheint ihm schwach und unlogisch, auf Aufnahemn aufgebaut, vor allem die Großstadt.“ (S. 85)

„Er frühstückt in einem Café (…) Er spaziert im siebten Bezirk herum und ärgert sich, als es zum hundersten mal feststellt, dass im Café Europa alle Kellner Vollidioten sind.“ (S. 93)

Wien Kaiserstraße

“Emil steht in der Kaiserstraße vor einem großen Schaufensterspiegel und beobachtet sich (…) verzerrt und entfremdet“ (S. 9)

„Emil sieht eine Straßenbahn, die um die Ecke biegt und auf ihn zukommt und er eilt zu der nahe gelegenen Haltestelle.“ (S. 13)

Wien Mariahilfer Straße

In der Mariahilferstraße, die während der Geschäftszeiten voller Menschen ist, hat er jedes Mal Angst vor den Greenpeace Aktivisten.“ (S. 13)

„mussten wir das Menschgedränge in der Mariahilfer Straße durchbrechen.“ (S. 28)

Café Ritter

„bestellt einen Apfelstrudel, blättert die Zeitungen durch“ (S. 15)

Café Weidinger

„war nur ein Tisch frei und, wir überlegten, irgendwo anders hinzugehen.“ (S. 21)

Nahmahdazah, Block C-23

Wohnung: „Das Flimmern des Neonlochts, der Schmutz an den scharfen Ecken der Gegenstände“ (S. 30)

Café Westend

„bestellen Apfelstrudel und Bier“ (S. 27)

Parlamentsgebäude

Gruppe von Ausländern, die neben einem Springbrunnen stehen und nichts tun.“ (S. 33)

Lokal Wirr in der Burggasse

„Er erinnert sich, wie er letzte Woche zusammen mit Denis im Lokal Wirr in der Burggasse überlegt hat, worüber er schreiben sollte.“ (S. 47)

Südbahnhof Wien

„Obwohl er in Bahnhöfen viel Zeit verbringt, kann er sich keinen trostloseren Ort als den Südbahnhof vorstellen. Die Riesenhalle ist abstoßend: ein Denkmal der Durchschnittlichkeit; nichts, das da noch en vogie wäre oder den Blick fesseln könnte. (…) Emil bleibt mitten in der Halle stehen, in der Leber des Gebäudes sozusagen, und dreht sich um. Jedem, der sich hier für einen Moment umschaut, murmelt er, muss doch sofort klar sein, in was für eine Stadt er geraten ist.“ (S. 62)

Linz – Gasthof Wilder Mann

„Das Zimmer ist klein, aber warm und behaglich“ (S. 41)

„in Österreich sehr viel Wert auf Tradition.“ (S. 41)

Heimat Jugoslawien

„als wir die Heimatstadt in Eile verlassen hatten, um uns vor der Zeit zu retten, die niemand aufzuhalten versucht hatte.“ (S. 21)

„erinnern sich an die Zeit, die sie vor dem Krieg in Jugoslawien erlebt haben, dann sind sie gerührt und dem Weinen nahe“ (S. 60)

„es fällt ihm ein, dass in der Stadt, in der er aufgewachsen ist, keine Eisenbahn gegeben hat.“ (S. 62)

„Als in unserer Heimatstadt die ersten Schüsse fielen, wiedertraf. Ich sagte, dass ich immer schon gewusst hätte, dass unser Land so enden würde (…) Ich verließ die Stadt, und kehrte nicht mehr zurück.“ (S. 67)

Bosnien

„beschließt Emil, eine oder zwei Wochen in Bosnien zu verbringen. Schließlich, überlegt er, war er seit der Flucht nicht mehr in seiner Heimat. Am nächsten Tag (…) verkündet er, dass er nach Sarajevo kommen, aber in einem Hotel schlafen werde, worauf sein Cousin beleidigt ist.“ (S. 94)

„Emil sitzt im hinteren Teil des Busses und fühlt sich wie ein Fremder. Die Freude, mit der er seinem Land entgegenging, wird mit jedem Kilometer kleiner, und an ihre Stelle tritt eine unsägliche Unsicherheit.“ (S. 96)

„Im Traum spaziert Emil über eine Wiese, (…) nähert sich einem verlassenen Haus, vor dem zwei Kinder mit einem kleinen runden Gegenstand spielen, und als er bei ihnen stehen bleibt, merkt er, dass der Gegenstand eine Handgranate ist und dass beide Kinder geistig behindert sind.“ (S. 97)

„spaziert er über die Bašcaršija (…) Obwohl er Sarajevo nie mochte, denn es ist eine kleine, gar nicht aufregende Stadt, die noch dazu ihr altes Flair verloren hat, fühlt er sich großartig. Die Stadtbewohner sehen aus, als würden sie keinen Kummer haben, und obwohl er weiß, dass das nur eine Täuschung ist, wundert er sich, wie leicht es ist, das Leben zu genießen.“ (S. 98)

„Plötzlich empfindet er eine Art unbestimmter Sehnsucht nach Wien und wird damit für den Beobachter uninteressant.“ (S. 99)

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