Handlungsort/ Setting: Lange Insel

Projizierter Ort/ Projected place: die Republik

Handlungszeit/ Time of action: 1990er Jahre

Route: keine

Marker: keine 

Lange Insel

“Und in mir stiegen als richtige Orte die einstigen Olivenhaine auf, das Geräusch der aufkommenden Wellen, das Knirschen des Sandes in und unter unseren wetterwendischen Schuhen. Ich sah und rennend, im Taubenposten liegend und dachte an jene Nacht, in der wir einfach fort eingeschlafen waren, zusammen mit den Tauben. So haben wir es jedenfalls immer gemeinsam erinnert.” (S. 11)

“Als Ava die Sonneninsel betrat, wurde das Embryo in ihrem Ohr geboren, das ganze rechte Ohr wurde in Beschlag genommen und sie diente von nun an als Adresse.” (S. 22)

“Der Hügel der Linden, die Sennhütte, die weitgereisten Menschen und die bereitstehenden Briefe, all da nahm ich zu einem Tanz vor unseren Augen aus, der uns, vor allem aber Ava schwindelig machte. Bevor sie einschlief, roch es in der Hütte nach Kokosmilch, und ich küßte sie wie etwas ganz und gar Zartes, das meiner Obhut anvertraut worden war.” (S. 54)

die Piazza

“auf der Piazza roch es nach Palatschinken und starkem Kaffee. Das Meer glänzte in seiner Anwesenheit wie ein großer Walrücken.” (S. 12) 

die Sennhütte

“die Sennhütte lag verlassen auf der Anhöhe, der übliche irdische Sommer hatte sich wetterfeste Schuhe angezogen und ging nun auf der Sonneninsel umher. Die Libellen flogen um uns herum, ihre grünen, blauen, gelben Flügel brachen das Licht entzwei. Im Lavendel funkelte es, ein Schimmern wie aus Kränzen. Das Blau des Himmels hielt nirgendwo an, nirgendwo war ein weißer kleiner Wolkensaum, nur die Farbe selbst in ihrer versilberten Unendlichkeit beschirmte mich und mein sagbar werdendes Gedächtnis.” (S. 33)

das Patrizierhaus

“Ich wachte in einem neuen Leben auf. Der Sommer malte die Stille der Wolken. Die Fenster des im Tal gelegenen Patrizierhauses waren klar und weit der Blick und die Leiber der Luft. In der Nacht hatte das Haus geröchelt und unter der Erinnerung der ausgefegten Träume gewußt, daß es mehr ist als ein Gebäude. Ein Gedanke kam mir zum ersten Mal, die Republik der Biene müsse es auf der Erde auch für die Menschen geben.” (S. 41)

die Republik im Balkan

“Diese Republik sah ich verwirklicht, als ich auf Ava traf und ihr von den Bunkern meiner Erinnerung erzählen, als ich ihr anvertrauen konnte, daß ich sie schon geträumt hatte, daß sie zur rechten Zeit auf der Insel aufgetaucht war.” (S. 41) 

“in der Stille der Wälder kann man die Sylphen manchmal hüsteln hören. Auf Waldlichtungen halten sie sich mit Vorliebe auf, in den Olivenhainen und in schönen Gärten. Ihre richtige Heimat ist der Osten. Sie haben einen König. Er steht aufrecht in Luftwirbeln und unterrichtet sie im Fortlauf des Alphabets. Wie Meereswellen steigen diese Luftwirbel enkrecht in die Höhe und die Sylphen verneigen sich vor ihrem König, in Demut und Würde verneigen sie sich vor ihm, mit ihren luftgewaschenen Herzen.” (99)

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